Zwei Welten: Gute Bibel, böser Koran?

Zwei Welten, von Frank A. Meyer

http://www.blick.ch/news/fam/zwei-welten-88961

In einem Film von 16 Minuten Länge unterlegt der Niederländer Geert Wilders Koran-Suren mit Bildern muslimischer Gräueltaten: Bombenattentate, verkohlte Leichen, Menschen, die von den Türmen des World Trade Center stürzen, öffentlich gehenkte Homosexuelle, beschnittene Mädchen – und immer wieder der Koran mit den Geboten Allahs, die Hass und Krieg fordern und rechtfertigen.

Horror aus dem Morgenland. Horror aus der Welt von Koran und Scharia.

Geert Wilders bezichtigt den Propheten Mohammed der Barbarei und den Islam des religiösen Faschismus. Das ist starker Tobak. 16 Minuten filmische Polemik. Ein Film als Pamphlet.

Kein niederländischer TV-Sender wagte es, den provokativen Streifen zu zeigen. Dem Autor blieb nur das Internet. Die Klage gegen ihn vor einem Haager Gericht scheiterte: Was er mit dem Film sage, das dürfe gesagt werden.

Was aber die freiheitliche Verfassung einer Demokratie für zulässig erklärt, das ist auch ihren Gegnern erlaubt: In einem Film von sechs Minuten Länge antwortet der saudische Blogger Raed al-Saeed auf das Anti-Koran-Werk aus den Niederlanden. Er bedient sich dabei des Konzepts von Geert Wilders. Bibelzitate und fanatische Christen-Predigten werden mit Gewaltszenen illustriert: statt der Anschläge auf das World Trade Center US Raketenangriffe auf Bagdad, statt der Hetze von Irans Präsident Ahmadinedschad Gewalt-Rhetorik von US Präsident Bush.

Ist der jüdisch-christliche Kulturkreis also um nichts weniger barbarisch als der islamische? Gleichen sich Bibel und Koran wie ein Ei dem andern, wenn es um ihre Auslegung als Handbücher für Gewalt und Unterdrückung geht? So lautet jedenfalls die Gegen-Botschaft des Saudis Raed al-Saeed zu Geert Wilders Koran-Kritik. Wie überzeugend ist die islamische Retourkutsche?

Betrachten wir die Wirklichkeit: Der jüdisch-christliche Kulturkreis hat die freie Gesellschaft hervorgebracht, die Demokratie und den Rechtsstaat. Der islamische Kulturkreis dagegen, mit Ausnahme der noch halbwegs säkularen Türkei, kennt keine freie Gesellschaft, keine Demokratie, keinen Rechtsstaat.

Im jüdisch-christlichen Kulturkreis geniessen die Frauen Gleichheit vor dem Gesetz. Im islamischen Kulturkreis, mit Ausnahme der Türkei, gelten Frauen weniger als Männer, herrschen Männer über Frauen, ist Gewalttätigkeit gegen Frauen gesellschaftlich wie privat normal.

In unserem Kulturkreis blühen Wissenschaft und Forschung, Literatur und moderne Kunst. Der islamische Kulturkreis trägt seit Jahrhunderten kaum noch etwas bei zu den modernen geistigen Entwicklungen.

Haben die frappanten, oftmals sogar dramatischen Unterschiede mit dem Koran und der Bibel zu tun?

Die jüdisch-christliche Entwicklung hat durch Jesus die Botschaft der Liebe in die Welt gebracht. Jesus erhob die Frauen auf eine Ebene mit den Männern. Er formulierte auch den religiösen Ansatz zur Trennung von Kirche und Staat: «Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.»

Vor allem aber wurzelt die jüdisch-christliche Geschichte in der Überzeugung, dass jeder Mensch ein Ebenbild Gottes ist – woraus die Gleichheit der Menschen resultiert.

Das sind Ur-Elemente der christlichen Wirkungsgeschichte.

Das Ur-Erlebnis der christlichen Emanzipation wiederum ist die Reformation. Durch sie wurden Aufklärung und Säkularisierung erst möglich.

Die moderne Gesellschaft wurde zwar auch der Kirche abgerungen, doch mit Berufung auf christliche Werte, denn was sind die Parolen der Französischen Revolution anderes als christliches Pathos: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!

Finden wir in der Geschichte des Islam Vergleichbares?

Freilich ist Gewalt im Namen der Religion für die christlich grundierte Welt nichts Fremdes. Schlimmste Verbrechen mit Millionen von Toten haben die Kirchen mitbegangen, abgesegnet oder widerstandslos zugelassen: von den Kreuzzügen über die Kolonial-Massaker bis Auschwitz.

Auch heute rechtfertigen christliche Fundamentalisten wie George W. Bush Gewalt und Kriege mit ihrem Glauben.

Doch die offene westliche Gesellschaft kennt den permanenten Widerspruch; sie pflegt die kritische Debatte; ihre Politiker wählt sie – und wählt sie auch wieder ab; und sie setzt der politischen wie der wirtschaftlichen Macht gesetzliche Grenzen.

Vor allem ist die christlich grundierte Kultur auf die Menschenrechte festgelegt – auf die grundsätzliche Freiheit und die unveräusserlichen Rechte des Individuums. Um diese Grundrechte dreht sich unablässig der politische Kampf.

Daher ist die Welt, die der Bibel entsprang, eine ganz und gar andere als die Welt des Korans.

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GEGENSTIMME:

http://www.bfg-muenchen.de/br270501.htm

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~ von hadrianushaereticus - 21. April 2008.

Eine Antwort to “Zwei Welten: Gute Bibel, böser Koran?”

  1. Das sind ja zunächst einmal nichts anderes als Behauptungen, die dieser Meyer Frank da aufstellt.

    Es mag zum Beispiel sein, dass die französische Revolution zu ähnlichen Ergebnissen wie das Christentum kam, der Weg dorthin ging jedoch über die Naturphilosophie und den Konraktualisten, die dieselben Werte wie das Christentum eben ohne Christus Lehre begründen wollten. Sind etwa Buddhisten auch Christen, weil sie Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit schätzen?

    Wieso soll denn bitte durch die Reformation die Aufklärung möglich geworden sein? Was ist mit den französischen Materialisten (Helvetius, Diderot, etc.), die jegliche Gottesvorstellung als Hirngespinst ablehnten? Diese enstammten dem weitestgehend katholischen französischen Umfeld.

    Weiter: Auch der Islam beruht auf der Annahme der Schaffung von Adam und Eva durch Gott, und auch im Islam ist jeder Mensch gleich vor Gott, weit gleicher noch als das sogenannte Christentum, in dem es Päpste gibt. Der Papst bei den Katholiken ist der Stellvertreter Gottes auf Erden, der Sultan bei den Muslimen war der Stellvertreter der Menschen vor Gott. Will sagen: Gleichheit vor Gott ist nicht dasselbe wie Gleichheit vor dem politischen Gesetz.

    Jesus erhob die Frauen auf den gleichen Rang wie Männer? Wo finden sich in den Evangelien bitte solche explizit emanzipatorische Aussagen?

    Was für ein Text…..

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