Kolumbien – Südamerika – Hinterhof

Drei Staatsoberhäupter, die sich und ihr Land gegeneinander aufhetzen, bis sie kurz vor einem Krieg stehen – Wie kommt es soweit?

Eine Horde der Farc (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia), die von den meisten Ländern des Westens, insbesondere von den USA, als Terrororganisation gescholten wird, wurde von kolumbianischen Truppen bis über deren Grenze mit Ecuador verfolgt und schliesslich innerhalb ecuadorianischen Territoriums angegriffen und zerschlagen und deren Anführer Reyes wurde getötet..

Rafael Correa, Staatspräsident von Ecuador, verurteilte diese Aktion und verlangte öffentlich eine Entschuldigung von Alvaro Uribe, dem Präsidenten Kolumbiens. Dieser lieferte die Entschuldigung nicht, sondern bezichtigte seinerseits Ecuador, sowie auch Venezuela enger Beziehungen zu der Farc und forderte Transparenz. So nahm das Übel seinen Lauf. Hugo Chavez (Präsident Venezuelas), nun auch involviert, heizte den Konflikt nochmals an, indem er Uribe öffentlich beleidigte. Ein hin und her, dass in einem Handelsembargo zwischen Venezuela und Kolumbien und einem Aufmarsch von Truppen Ecuadors und Venezuela an deren jeweiligen Grenzen zu Kolumbien gipfelte.

Daraufhin wurde von verschiedenen Seiten – insbesondere auch vom immer besonnen wirkendenen Uribe – eine Lösung gesucht und in einem Gipfeltreffen auf der Dominikanischen Republik mehr oder weniger gefunden.

Meiner Meinung nach sind weder Uribe noch Chavez oder Correa alleine Schuld an diesem Konflikt, der glücklicherweise gelöst werden konnte. Schuld ist der geschichtliche Hintergrund Südamerikas, das seit seiner Entdeckung 1492 durch Kolumbus in sich ständiger Ungerechtigkeit entwickeln musste. Zuerst waren es die Europäer, die den Kontinent neu besiedelten und eine ganze Kultur und Gesellschaft kurzerhand vernichteten und sich eine neue Ordnung schufen. Indigene Völker wurden bekämpft und ausgerottet, so dass die wenigen Überlebenden bis heute zum tiefsten Stand gehören und meistens in Armut leben.

Im vergangenen Jahrhundert waren es die Amerikaner, die das Geschehen in ganz Südamerika massgeblich mitbestimmten und/oder beeinflussten. Ihr „Hinterhof“ – wie sie den Nachbarkontinenten zu nennen pflegen – kontrollierten sie soweit sie konnten. Sie unterstützten die auserwählten Staaten, versprachen sich damit auch ein Mitspracherecht und bekämpften direkt oder indirekt mithilfe der Unterstützungspolitik Staaten, die ideologisch verschieden – oder sonst gefährlich waren.

Was zurückbleibt ist ein Kontinent voller Zwietracht. Die einen werden tatsächlich noch heute vom grossen Bruder, der USA unterstützt und andere wehren sich vehement gegen die Einmischung desselben.

Am Ende ist es aber definitiv die Eintracht, die Früchte tragen wird und nicht der Streit. Solche Konflikte sollten diplomatischer gelöst werden können. Südamerika sollte sich mehr und mehr lösen von den Vereinigten Staaten, unabhängiger werden und sich schlussendlich, Europa gleich, zu einer Union zusammenschliessen. Obwohl schon jetzt gute Ansätze dazu da sind, in Form einer Unasur (Union de Naciones Suramericanas) oder einer CSN (Communidad Sudamericana de Naciones), wird es noch viel Zeit und Akzeptanz brauchen, damit die Scherben der Geschichte aufgewischt werden können. In diesem Sinne wünsche ich Südamerika eine gute Zukunft. !!!Juntos son fuerte!!!

 

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~ von tomlepape - 16. März 2008.

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