Vom Volk bestimmter Präsident?

Ok, ich musste gerade einen Geschichstest schreiben und ich war grottenschlecht – ausser wohl in der letzten Aufgabe, die gehörte in die Kategorie „Current Events“. Dazu gab uns der Lehrer einfach (wie so oft) folgendes Cartooon mit der Aufgabe, dies zu beschreiben und einen kurzen persönlichen Kommentar dazu zu machen:

putinenmedvedevtj.jpg

Man kann eindeutig Putin erkennen, wie er Medwedev zum Präsidenten „hochhebt“, er aber immer noch der Grössere von beiden ist, was wohl zum Ausdruck bringen will, wie der Ex-Präsident immer noch vieles unter Kontrolle hat.

Die Wahl in Russland lief ja bekannterweise eher pseudodemokratisch ab. Medwedev wurde bereits gekrönt, die Wahlen fanden eigentlich „bloss“ statt, um die Regierungsgewalt des neuen Präsidenten zu legitimieren – eine wirkliche Wahl hatten die Russen nicht. Um eine möglichst hohe Stimmbeteiligung und somit eine hohe Legitimation zu erreichen, wurden vom Staat Einkaufs-, ja sogar Discogutscheine als Belohnung für die Wahlteilnahme verteilt.

So weit, so gut. „Add a short personal comment“ war der letzte Teil der Aufgabe. Also machte ich mich dahinter: Während Russland dem Volk keine Wahl lässt und die Leute „bloss“ der Legitimation wegen stimmen gehen müssen, passiert gleichzeitig in Amerika das pure Gegenteil. Dort braucht man ungefähr eineinhalb Jahre um herauszufinden, wer der nächste Präsident Amerikas wird. Eine Über-Demokratie! Der amerikanische Wahlkampf verfolgt sogar uns Europäer Tag und Nacht international wird dem gesamtem Vorgang grösste Aufmerksamkeit geschenkt. Doch haben die Amerikaner tatsächlich eine so viel grössere Wahl als die Russen? Diese, wie es mich dünkt, übertriebene Demokratie, führt eigentlich wieder dazu, dass man keine Wahl hat. Genau so wie uns das unser Geschichtslehrer einmal erklärte mit politisch links und politisch rechts. Die zwei extremen Enden treffen sich eigentlich wieder. So ähnlich sehe ich das mit der Präsidenten“wahl“ in Amerika und Russland. In Russland haben die Leute offensichtlich keine Wahl, in Amerika ist die „pseudowahl“ etwas undurchsichtiger. Zwar kann jeder Stimmbürger und jede Stimmbürgerin (aaah diese übertriebene Frau-Mann-Gleichstellung fordert meine Fingermuskeln!) für den Kandidaten oder die Kandidatin (aaah schon wieder! Und das nur wegen Hillary!) stimmmen, für die er oder sie will, doch wird dieser Wille offensichtlich beeinflusst; beeinflusst durch die Werbekampagnen, die rhetorischen Künste und die verschiedenen Wahlkampfversprechungen der Kandidaten. Schlussendlich gewinnt derjenige, der das meiste Geld in die Wahlkampagne steckt, am besten redet und die tollkühnsten, wenn vielleicht auch leersten, Wahlversprechungen abgibt. In Russland wird der Präsident durch den vorhergehenden Präsidenten Bestimmt, in Amerika unter anderem, aber vielleicht auch hauptsächlich durch finanzielle Mittel. In beiden Ländern besteht nicht wirklich eine Wahl, Freiheit, wo gibt es Freiheit, was ist Freiheit?

Und vor allem: Wo bleibt das goldene Mittelmass?

Ok, short war dieser Comment nicht, doch glücklicherweise schlüpfre ich diesen Sommer auch mit einer 2.5 in Geschichte durch die Matur…

peace

Advertisements

~ von hilt - 4. März 2008.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: